
1. Gute Lage und Infrastruktur
Eine gute Lage ist für Immobilienkäufer:innen weit mehr als nur eine „wunderschöne Adresse". Die Lage entscheidet darüber, wie angenehm der Alltag funktioniert, wie sicher Bewohner sich fühlen und wie stabil der Wert der Immobilie sich langfristig entwickeln könnte. Für viele Käufer:innen ist meist die Lage wichtiger als der Zustand der Immobilie: Bad oder Küche lassen sich verändern (renovieren), der Standort in der Regel nicht.
Mikro- und Makrolage
Immobilieninteressenten unterscheiden unbewusst zwischen zwei Ebenen: der sogenannten Makrolage (Stadt, Region, Anbindung) und der Mikrolage (unmittelbares Umfeld, Straße, Nachbarschaft).
Auf Makroebene sind von Bedeutung die Themen: wirtschaftliche Stärke der Region, Arbeitsmarkt, Image des Stadtteils, steuerliche Rahmenbedingungen und Perspektiven der Stadtentwicklung.
Auf Mikroebene geht es vornehmlich darum, wie sich die eigene Straße „anfühlt": Verkehr, Sauberkeit, Lärm, Grünanteil, Nachbarschaft, soziale Struktur und Sicherheitsgefühl.
Gerade die Mikrolage entscheidet bei Besichtigungen oft spontan, ob sich Interessenten vorstellen können, hier zu leben: Wie wirkt der Hauseingang, wie treten die Nachbarn auf, wie verhält sich der Geräuschpegel zu unterschiedlichen Tageszeiten?
Infrastruktur im Alltag
„Gute Infrastruktur" bedeutet für Käufer:innen vor allem kurze Wege im Alltag. Dazu gehören die Nahversorgung: Supermarkt, Bäcker, Drogerie, Apotheke, Ärzte in erreichbarer Nähe. Wie die Bildung: Kita, Schule, ggf. Gymnasium oder weiterführende Angebote im Einzugsgebiet oder gute Verkehrsanbindungen. Die Mobilität: wie ÖPNV-Haltestellen, verlässliche und kurze Taktung, gute Anbindung an wichtige Verkehrsachsen und Drehkreuze, Radwege. Sowie die Freizeit: Parks, Spielplätze, Sportangebote, Gastronomie, Kultur, Naherholung.
Doch je nach Lebensphase der Kaufinteressierten verschieben sich die hier Prioritäten: Familien achten stark auf Kitas, Schulen und sichere Wege; Berufspendler auf schnelle Verbindungen zum Arbeitsplatz; ältere Käufer auf medizinische Versorgung und barrierearme Wege.
Erreichbarkeit und Pendelzeiten
Ein wesentlicher Teil der Lagequalität bildet die Erreichbarkeit zentraler Ziele: Arbeitsplatz, Innenstadt, Bahnhof, Autobahn, Flughafen. Käufer:innen rechnen im Kopf mit:
Wie lange brauche ich morgens zur Arbeit – bei realistischen Verkehrsbedingungen?
Gibt es Alternativen (Bahn/Bus/Rad), falls das Auto ausfällt oder Benzin teurer wird?
Komme ich abends noch vernünftig nach Hause, wenn ich später arbeite oder ausgehe?
Kurze, verlässliche Pendelzeiten erhöhen die Attraktivität einer Lage deutlich. Selbst eine eigentlich „ruhige" Randlage kann unattraktiv werden, wenn Staus, schlechte Taktung oder komplizierte Umstiege den Alltag erschweren.
Ruhe, Sicherheit und Wohnumfeld
Neben der reinen Funktionalität spielt der Charakter des Umfeldes eine große Rolle. Käufer:innen wünschen sich typischerweise:
• Eine ruhige Wohnstraße oder verkehrsberuhigten Bereich anstelle stark befahrener Hauptstraße.
• Ein subjektiv sicheres Umfeld: gepflegte Häuser und Grundstücke, kein oder wenig Vandalismus.
• Ein soziales Umfeld, das zur eigenen Lebenssituation passt (Familien, ruhige Hausgemeinschaft, gemischtes Quartier etc.).
Hier zählt der Eindruck vor Ort: Geräuschkulisse, Umgangston in der Straße, Zustand der Gehwege und Grünflächen, Beleuchtung am Abend. Viele Kaufinteressierte fahren deshalb bewusst zu verschiedenen Tageszeiten an der betreffenden Immobilie vorbei, um die Lage zu „auszutesten".
Zukunftsperspektive und Wertentwicklung
Eine gute Lage ist aus Käufersicht auch eine, die langfristig gefragt bleibt. Wichtige Signale sind:
• Stadtentwicklungsprojekte, Infrastrukturinvestitionen, neue ÖPNV-Linien oder Schulen.
• Positive Bevölkerungsentwicklung, Zuzug, neue Arbeitgeber in der Region.
• Keine absehbaren gravierenden Nachteile (z.B. neue laute Verkehrsachsen, große Gewerbegebiete oder Umweltbelastungen).
Für Käufer:innen verknüpfen bedeutet eine gute Lage daher auch mit einer gewissen Wertstabilität. Wer heute kauft, denkt häufig auch bereits an Wiederverkauf oder an eine Vermietbarkeit in 10, 20 oder 30 Jahren.
Was Immobilienverkäufer:innen daraus ableiten können
I)Die Lage nicht nur nennen („ruhige Wohnlage"), sondern konkret machen: Wegezeiten, Infrastruktur, Beispiele aus dem Alltag beschreiben.
II) Stärken der Lage klar herausarbeiten (ÖPNV, Kita um die Ecke, , Kindertagespflege, allgemeine Nahversorgung, Einzelhandel, Park vor der Tür, Freizeitgebiete) und nachvollziehbar belegen.
III) Mögliche Schwächen ehrlich einordnen (z.B. Nähe zur Hauptstraße) und ggf. Lösungen benennen (Schallschutzfenster, Ausrichtung der Wohn- und Schlafräume zum Hinterhof).
Ein Exposé, das die Lage und Infrastruktur alltagsnah erklärt trifft genau das, was Käufer:innen unter „guter Lage" verstehen – und macht die Immobilie deutlich greifbarer.
Quelle: Mit freundlicher Unterstützung von: Perplexity AI
Fortsetzung folgt.